Schulgeschichte

Giebel der Schule von 1906; copyright: Prenzlauer Berg Museum

Am 21. Oktober 2004 hat unsere Schule ihren 100. Geburtstag gefeiert. Wie es dabei zuging, kann man hier erfahren.

Das Schulgebäude wurde in der Zeit zwischen 1902 und 1904 nach Plänen des Architekten Ludwig Hoffmann erbaut. Die Eröffnung fand mit Beginn des Schuljahres 1904/05 am 1. Oktober 1904 statt. Zunächst wurde dort die 249. Gemeindeschule für Knaben und die 261. Gemeindeschule für Mädchen aufgenommen. Diese waren zuvor jeweils in Mietshäusern untergebracht. Die Knabenschule befand sich seit ihrer Gründung am 1.10.1901 im Mietshaus in der Stargarder Straße 10 und die Mädchenschule im Mietshaus in der Stargarder Straße 9.

Im Jahre 1938 wurde aus der 249. Gemeindeschule die 25. Volksschule für Knaben und aus der 261. Gemeindeschule die 26. Volksschule für Mädchen des Verwaltungsbezirks Prenzlauer Berg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schulgebäude vorübergehend als Lazarett genutzt. Am 28. Mai 1945 nahm die 25. und 26. Volksschule den Unterricht wieder auf. Zusätzlich wurde die 41. Volksschule im Gebäude aufgenommen, die zwischenzeitlich, weil ihr Gebäude zerstört war, in der Greifenhagener Straße 20 untergebracht war. Treppenhaus von 1906; copyright: Prenzlauer Berg Museum 1953 wurde die 41. Volksschule aufgelöst.

Am 1. September 1962 wurde die 26. Schule zur zehnklassigen allgemeinbildenden Oberschule erweitert.

Am 22. März 1980 bekommt die 25. Oberschule den Namen „Werner-Prochnow-Oberschule“. Im folgenden Jahr wird aus der 26. Oberschule die „Thomas-Mann-Oberschule“.

Am 1. August 1991 zieht im Rahmen der Neustrukturierung des Ostberliner Schulwesens die 13. Grundschule des Bezirks Prenzlauer Berg von Berlin in das Gebäude ein. Ein Jahr später erhält die Schule auf Beschluss des Bezirksamtes Prenzlauer-Berg ihren heutigen Namen „Thomas-Mann-Grundschule“.

Quelle: Schulen, Schüler, Schulgebäude im Bezirk Prenzlauer-Berg von Berlin, Eine Handreichung zur Erforschung der Schulgeschichte des Bezirks, zusammengestellt von Klaus Grosinski, herausgegeben vom Prenzlauer Berg Museum für Heimatgeschichte und Stadtkultur, Berlin 1998.

Wir danken dem Prenzlauer Berg Museum für die freundliche Überlassung der drei alten Schulbilder aus dem Jahre 1906 – aufgenommen von E. v. Brauchitsch.


 Noch ein paar Worte zum Namensträger. Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 in Lübeck geboren. Sein Vater war Senator und Inhaber einer altangesehenen Getreidefirma. Mütterlicherseits hatte er portugiesisch-kreolisches Blut. Sein Bruder Heinrich Mann (1871-1950) wurde ebenfalls ein bekannter Schriftsteller. Auch ein weiterer Bruder, Viktor, ist schriftstellerisch hervorgetreten.

Nach dem Tod des Vaters zog die Mutter 1893 mit ihren Kindern nach München. Hier wurde er Mitarbeiter des „Simplizissimus“und lebte als freier Schriftsteller. Von 1895 bis 1897 hielt er sich mit seinem Bruder Heinrich in Italien auf. 1905 heiratete er Katja Pringsheim, Tochter eines Professors aus einer Münchner Gelehrten- und Bankiersfamilie.

Während der Machtübernahme Hitlers befand sich Thomas Mann in der Schweiz zu einer Vortragsreise. Er kehrte nicht mehr nach Deutschland zurück. In der Schweiz gab er die Zeitschrift „Mass und Wert“ heraus.1936 wurde er offiziell ausgebürgert. Er erwarb die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, nachdem ihm die deutsche abgesprochen worden war.

1939 folgte Thomas Mann einem Ruf als Professor an die Princeton-Universität in New Jersey (USA), später siedelte er sich in Kalifornien an. 1944 wurde er in Amerika eingebürgert. Während des 2. Weltkrieges sprach er über den Rundfunk regelmäßig zum deutschen Volk, das Hitler-Regime scharf angreifend. Ab 1952 nahm er seinen Wohnsitz in Kilchberg/Zürich, wo er auch beigesetzt wurde, nachdem er am 12. August 1955 im Alter von 80 Jahren in einem Zürcher Krankenhaus an den Folgen eines Herzleidens gestorben war. Aus seiner Ehe mit Katja, geb. Pringsheim, stammten sechs Kinder.

Thomas Mann erlangte von allen deutschen Schriftstellern unseres Jahrhunderts die größte Weltgeltung. Sein Roman „Die Buddenbrooks“ brachte ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur ein. Mehrere Bücher Manns sind verfilmt worden, so die „Buddenbrooks“, „Königliche Hoheit“, „Wälsungenblut“ und „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Im Jahre 1949 war Thomas Mann erstmalig wieder nach Deutschland gekommen, um den ihm verliehenen Goethepreis entgegenzunehmen. Die ihm von den Nationalsozialisten aberkannten Ehrendoktorate der Universitäten Bonn und München wurden erneuert. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 150. Todestag Schillers hielt Thomas Mann im Mai 1955 in Weimar und in Stuttgart die Gedenkreden.

Quelle: www.ndrkultur.de